Regiotram Aachen: Das größte Mobilitätsprojekt der Region nimmt Fahrt auf
Aachen hat ein Mobilitätsproblem, das viele kennen, die hier studieren oder arbeiten: Wer nicht campusnah wohnt, plant seinen Tag um Busverbindungen. Die Taktdichte auf den Hauptrouten ist gut, aber in den Stadtteilen nördlich der Stadt, also Würselen, Alsdorf und Baesweiler, fehlt eine schnelle, verlässliche Schienenverbindung in die Stadt. Genau das soll die Regiotram ändern. Im Herbst 2025 ist das Projekt in eine neue, entscheidende Phase eingetreten.

Was die Regiotram ist
Die Regiotram ist eine geplante Straßenbahn, die Aachen mit den nördlich gelegenen Gemeinden Würselen, Alsdorf und Baesweiler verbinden soll. Die Gesamtbaukosten sind auf rund 330 Millionen Euro veranschlagt. Das Projekt wird gemeinsam vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) und dem Verkehrsverbund go. Rheinland und den beteiligten Kommunen getragen.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer brachte die politische Einordnung auf den Punkt: „Die Regiotram ist das wichtigste Verkehrsprojekt für eine klimaneutrale Mobilität in der Region Aachen." Das ist nicht Bescheidenheit, sondern eine Aussage über Dimensionen. Eine Straßenbahn im Maßstab dieses Projekts verändert nicht nur einzelne Fahrtzeiten, sondern die strukturelle Erreichbarkeit eines gesamten Stadtrandgebiets.
Was im Herbst 2025 konkret passiert ist
Der entscheidende Schritt im Herbst 2025: Bund und Land NRW haben gemeinsam rund 5,5 Millionen Euro für die Leistungsphasen 1 und 2 der Planung freigegeben, also Grundlagenermittlung und Vorplanung. Der Bund trägt 70 Prozent der Kosten, das Land NRW 20 Prozent über das Förderprogramm STARK. Die restlichen Mittel kommen von den beteiligten Kommunen.
Das bedeutet: Die Regiotram ist damit offiziell aus dem Stadium der Idee und in die bezahlte Planungsphase eingetreten. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Viele kommunale Großprojekte scheitern bereits an dieser Hürde, weil die Finanzierung der Vorplanung nicht gesichert wird. Das ist hier geschehen.
Am 2. Dezember 2025 fand im Depot Aachen ein öffentlicher Infomarkt zur Regiotram statt, an dem über 200 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Trasse, Haltepunkte und Auswirkungen auf die bestehende Infrastruktur wurden diskutiert. Das ist ein früher, aber wichtiger Schritt im deutschen Planungsrecht, das öffentliche Beteiligung vor dem eigentlichen Genehmigungsverfahren vorsieht.
Was als Nächstes kommt und wie lange das dauert
Hier ist Klarheit wichtiger als Optimismus. Die jetzt freigegebenen Mittel finanzieren ausschließlich die Vorplanung. Auf die Vorplanung folgen Entwurfsplanung, Genehmigungsverfahren, Ausschreibung, Vergabe und Bau. Jeder dieser Schritte dauert in Deutschland für ein Projekt dieser Größenordnung mehrere Jahre.
AVV und die beteiligten Kommunen nennen einen realistischen Betriebsstart in zehn bis fünfzehn Jahren. Das ist keine Verzögerung, sondern die ehrliche Einschätzung für ein 330-Millionen-Euro-Infrastrukturprojekt im deutschen Planungsrecht.
Was das für Studierende und Berufstätige heute bedeutet: Die Regiotram wird für die meisten, die jetzt nach Aachen kommen, im Studienzeitraum noch nicht fahren. Sie ist ein Stadtentwicklungsprojekt mit langem Zeithorizont, kein kurzfristiger Komfortgewinn.
Was heute schon funktioniert: das Semesterticket
Wer jetzt in Aachen studiert oder arbeitet, braucht keine Regiotram, um mobil zu sein. Das Semesterticket deckt den gesamten AVV-Nahverkehr ab, das Deutschlandsemesterticket erweitert den Geltungsbereich auf das gesamte Land und sogar grenzüberschreitend bis nach Maastricht. Für den täglichen Weg zur Uni, für Ausflüge ins Umland und für Wochenendreisen quer durch Deutschland ist das bereits heute eine vollständige Mobilitätslösung, ohne Aufpreis.
Wer campusnah wohnt, braucht für den Studienalltag ohnehin kaum den Bus. Von einer Wohnadresse direkt am Campus West sind die wichtigsten Ziele der RWTH zu Fuß erreichbar, und für alles andere steht das Semesterticket zur Verfügung.
Was die Regiotram für die Stadtentwicklung langfristig bedeutet
Auch wenn der Betrieb noch weit entfernt ist, ist die Regiotram schon heute ein stadtentwicklungspolitisches Signal. Städte, die in Straßenbahninfrastruktur investieren, erleben in den betroffenen Lagen typischerweise eine Aufwertung: Mehr Menschen siedeln sich entlang der Trasse an, die Nutzungsdichte steigt, neue Angebote entstehen.
Die Regiotram-Trasse verläuft durch den Norden Aachens, also durch Stadtteile wie Würselen, Alsdorf und Baesweiler, die heute mit dem Bus an das Stadtzentrum angebunden sind. Eine Straßenbahn würde diese Verbindung erheblich schneller und verlässlicher machen. Wohnen in diesen Stadtteilen würde langfristig attraktiver, weil der Pendelweg zur RWTH kürzer würde.
Für die campusnahen Lagen rund um den Campus West ändert sich dadurch vergleichsweise wenig, weil diese Lagen schon heute gut angebunden sind und die Nähe zur RWTH den zentralen Vorteil darstellt. Die besten Wohngegenden für Studierende in Aachen bleiben auch mit Regiotram dieselben. Aber der Druck auf die campusnahen Wohnlagen könnte langfristig sinken, wenn die Nordstadtteile besser erreichbar werden.
Nachhaltigkeit: Warum die Regiotram mehr ist als ein Verkehrsprojekt
Aachen ist eine der zwei deutschen EU-Mission-Cities und hat sich dem Ziel der Klimaneutralität bis 2030 verpflichtet. Die Regiotram ist in diesem Kontext ein strategisches Projekt: Sie soll Pendler aus dem nördlichen Umland vom Auto in den öffentlichen Nahverkehr holen. Weniger Autos in der Innenstadt bedeuten weniger Emissionen, weniger Stau und mehr Platz für andere Nutzungen.
Wer in Aachen nachhaltig leben möchte, hat mit Fahrrad, Semesterticket und dem gut ausgebauten Busnetz bereits heute eine vollständige Mobilitätsstrategie ohne Auto. Was die Regiotram langfristig ergänzt, ist mehr Verlässlichkeit und Geschwindigkeit für Strecken, auf denen der Bus heute noch Zeit kostet.
Die Regiotram ist damit eingebettet in eine Stadtentwicklungspolitik, die parallel auch den Campus West neu gestaltet und Aachen insgesamt als Wissenschafts- und Technologiestandort stärkt. Beide Projekte haben einen langen Zeitrahmen, aber beide zeigen, in welche Richtung sich die Stadt entwickelt.
Was das für die Wohnentscheidung heute bedeutet
Wer heute in Aachen eine Wohnung sucht, trifft die Entscheidung auf Basis der aktuellen Infrastruktur, nicht auf Basis einer Straßenbahn, die in zehn bis fünfzehn Jahren fahren wird. Das bedeutet: Campusnah wohnen ist jetzt der klare Vorteil für RWTH-Studierende und Berufstätige, die täglich auf den Campus müssen.
Ein vollmöbliertes Apartment direkt am Campus West, wie es der Gute Hirte anbietet, kombiniert diese Lagequalität mit einem sofortigen Einzug ohne Einrichtungsaufwand. Wie die Wohnkosten in Aachen für verschiedene Wohnformen aussehen und was beim ehrlichen Vergleich herauskommt, ist im Magazin ausführlich erklärt.
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Fazit
Die Regiotram Aachen ist in die bezahlte Vorplanungsphase eingetreten. Bund und Land NRW finanzieren mit rund 5,5 Millionen Euro die ersten Planungsschritte für eine Straßenbahn, die Aachen langfristig mit dem nördlichen Umland verbinden soll. Der Betrieb ist in zehn bis fünfzehn Jahren realistisch. Das macht die Regiotram zu einem wichtigen Stadtentwicklungsprojekt mit langem Zeithorizont, aber nicht zu einer kurzfristigen Lösung für den heutigen Studierenden- oder Berufsalltag. Wer heute campusnah wohnt und das Semesterticket nutzt, ist bereits optimal mobil.
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